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  1. Diagramme & Tabellen
  2. Diagramme & Tabellen

Einführung: Diagramme & Tabellen

Auf Textverständnis folgt zunächst die Reproduktionsphase von Figuren und Fakten lernen. Erst danach kommt Diagramme und Tabellen als letzter Untertest.

 
Hier werden 24 Diagramme und Tabellen (fast nur Diagramme) gezeigt, zu denen jeweils eine Aufgabe gestellt wird.
Unter den Diagrammen findet ihr dabei die unterschiedlichsten Diagrammtypen: Liniendiagramme, Balkendiagramme, Kreisdiagramme, Flächendiagramme, Dreiecksdiagramme und weitere Arten an Diagrammen, von denen ihr noch nie gehört habt. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei. Die meisten Diagramme sind jedoch Liniendiagramme.

 
Die Schwierigkeit dieses Untertests besteht vor allem darin, dass es sehr anstrengend ist, sich jedes Mal neu in ein ganz anderes Diagramm hineinzudenken, um die Aufgabe dazu lösen zu können. Einige Diagramme haben wirklich seltsame Darstellungsweisen und sind nicht schnell zu durchschauen.

 
Dieser letzte Testteil fordert daher noch einmal alles an Konzentration und Frustrationstoleranz ab, was man aufbringen kann. Nach so einem langen Testtag ist dieser Untertest daher wirklich erschöpfend. Seid vorgewarnt!

In diesem Testteil wird wieder gefragt, welche Aussagen sich aus einem Diagramm ableiten lassen und welche nicht.

 
 

Beispielaufgabe

 
Die folgende Grafik zeigt die prozentuale Geschlechterverteilung der sich innerhalb eines Monats in der Notaufnahme mit Harnwegsinfekt vorstellenden Patienten, sortiert nach Altersgruppen.

 
Welche der folgenden Aussagen lässt sich aus diesem Diagramm ableiten?

(A) Die meisten Frauen, die sich mit Harnwegsinfekt vorgestellt haben, waren zwischen 18 und 39 Jahre alt
(B) Im Alter über 70 Jahre erkranken in etwa sechsmal so viele Männer an einem Harnwegsinfekt wie im Alter zwischen 40-59 Jahre
(C) 28 Prozent aller Männer, die sich mit Harnwegsinfekt vorgestellt haben, waren zwischen 60 und 69 Jahre alt
(D) Der Anteil der Frauen an den Patienten, die sich mit Harnwegsinfekt vorgestellt haben, ist in der Altersgruppe Ü70 um etwa zwei Drittel geringer als in der Altersgruppe zwischen 60 und 69 Jahren
(E) Es haben sich in etwa dreimal so viele Männer mit Harnwegsinfekt zwischen 40-59 Jahren vorgestellt wie in der Altersgruppe zwischen 18-39 Jahren

Erklärung und Auflösung

 
Diese Aufgabe spielt damit, dass ihr die Prozentwerte falsch interpretieren könntet. Sie geben immer nur für eine Altersgruppe an, wie sich die Geschlechterverteilung innerhalb der Gruppe verhält. Sie sagen nichts über die absolute Größe einer Gruppe aus und auch nichts über die Verteilung der Altersklassen. Gehen wir dies anhand der Antwortmöglichkeiten einmal kurz durch:

A: Falsch. Frauen hatten in der Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren den größten Anteil zwischen den beiden Geschlechtern. Es kann aber sein, dass diese Gruppe viel kleiner war als die anderen, wodurch die meisten Frauen, die sich mit Harnwegsinfekt vorgestellt haben, einer anderen Altersgruppe angehörten. Extrembeispiel:

 
In der Altersgruppe zwischen 18 und 39 könnten es 25 Personen gewesen sein (24 Frauen, 96 % und 1 Mann, 4 %). In der Altersgruppe zwischen 40 und 49 könnten es 1.000 Personen gewesen sein (880 Frauen und 120 Männer. Auch wenn der Anteil der Frauen dort geringer ist, sind es viel mehr Frauen. Da die absoluten Zahlen nicht gegeben sind, lässt sich aus dem Diagramm keine Aussage dazu ableiten. Damit man es aus der Prozentzahl ableiten könnte, müssten die prozentualen Verteilungen der Altersgruppen angegeben sein. Also wie viel Prozent aller Frauen in der Altersgruppe 18-39 sind, wie viel Prozent in der Altersgruppe 40-59 usw. Dann müssten sich die Prozentzahlen der Altersgruppen zusammen insgesamt zu 100 addieren.

 
Es addieren sich aber jeweils die Prozentzahlen nur einer Altersgruppe zu 100, da sie nur die Geschlechterverteilung innerhalb einer Gruppe angeben.

B: Falsch. Gleiche Begründung wie bei A. Dazu kommt noch, dass das Diagramm nicht anzeigt, wer oder wie viele erkranken, sondern nur die Personen umfasst, die sich in der Notaufnahme vorstellen. Die Aussage lässt sich daher auf keinen Fall ableiten.

C: Falsch. Gleiche Begründung. Die Prozentangaben beziehen sich nicht auf die Verteilung der Altersgruppen, sondern nur auf die Verteilung innerhalb einer Altersgruppe.

D: Richtig. Der Anteil von Frauen in der Altersgruppe Ü70 beträgt 24 % und in der Altersgruppe 60-69 beträgt er 72 %.
24 ist genau 1/3 von 72 und daher auch zwei Drittel weniger als 72. Denn wenn man von 72 2/3 von 72 abzieht (48), erhält man 24.

E: Falsch. Gleiche Begründung wie bisher. Es gibt keine absoluten Zahlen zu den Gruppengrößen.

Ebenso falsch wäre auch die Aussage „Insgesamt haben sich mehr Frauen als Männer in der Notaufnahme mit Harnwegsinfekt vorgestellt“, da dies nicht gelten würde, wenn die Gruppe der Ü70-Jährigen, wo mehr Männer betroffen sind, sehr groß ist.

Diese Art von Aufgaben, die versucht, Denk- und Verständnisfehler bei den Bewerber:innen zu entlarven, ist im TMS sehr häufig. Die gerade aufgeführte Beispielaufgabe ist auch sehr eng an eine Beispielaufgabe aus der offiziellen TMS-Infobroschüre angelehnt, wie ihr vermutlich schnell erkennen werdet.

 
 

Material

 
Leider tun sich Anbieter von Vorbereitungsmaterial vor allem mit diesem Testteil sehr schwer und viele Aufgaben treffen nicht die Art der Aufgaben des TMS.

So versucht der TMS meistens nicht, Flüchtigkeitsfehler zu bestrafen oder zu kleinlich zu sein. Wenn z.B. eine Tabelle des Fleischkonsums eines bestimmten Jahres gezeigt ist, ist die Aussage „Jedes Jahr wird so und so viel Fleisch gegessen“ zwar tatsächlich falsch, weil sich die Tabelle nur auf das eine Jahr und nicht auf jedes Jahr bezieht, jedoch sind solche Falschaussagen, die man leicht als Flüchtigkeitsfehler machen würde, für den TMS eher unüblich.

In einer anderen Aufgabe eines Anbieters war die Anzahl an Suiziden in Deutschland aufgeführt und eine scheinbar richtige Aussage als nicht ableitbar angegeben, weil in der Aussage nicht „Anzahl Suizide“, sondern „Suizidrate“ stand, und die Suizidrate etwas anderes als die Anzahl der Suizide ist. Dies war jedoch im Einleitungstext zum Diagramm nicht erwähnt und normale Testteilnehmer:innen würden dies nicht wissen. Im TMS würde so etwas eher nicht vorkommen. Denkt also gerne daran, falls ihr auf „komische“ Übungsaufgaben von Materialanbietern stoßt.

Der TMS versucht viel eher, Bewerber:innen bei „Logikfehlern“ zu erwischen, wie z.B. in der gerade vorgestellten Aufgabe.

Die Aufgaben auf unserer Lernplattform haben wir daher so gut es geht an die tatsächliche Art der Aufgaben im TMS angepasst und konnten dabei meine Erfahrungen mit den letzten TMS-Durchgängen natürlich optimal einbringen. Ihr findet dort viele weitere Beispiele für solche TMS-typischen „Logikfehler“ und werdet optimal darauf vorbereitet. Wir freuen uns sehr, für diesen Untertest von euch auch schon so begeistertes Feedback erhalten zu haben!

 
Erwähnenswert ist außerdem, dass viele Diagramme etwas komplizierter zu lesen sind als solch einfache Balkendiagramme. Bei unseren Übungsaufgaben werdet ihr schnell sehen, was wir damit meinen.

Für einige Diagramme, bei denen den durchschnittlichen Teilnehmern oft nicht sofort klar ist, wie die Werte abzulesen sind, wie z.B. bei Dreiecksdiagrammen, gibt es im TMS oft Ablesebeispiele in der Aufgabenstellung. Dort steht dann etwas wie: „Der eingezeichnete Punkt A im Diagramm zeigt also eine Mischung aus 30% X, 20% Y und 50% Z“.

 
Auch dies findet ihr in unseren Aufgaben wieder.

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