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4.9
In diesem Kapitel einmal die wichtigsten Fakten zum TMS kurz zusammengefasst 😊
Der TMS heißt voll ausgesprochen: „Test für medizinische Studiengänge“ und wird umgangssprachlich auch gerne als „Medizinertest“ bezeichnet. Er ist der Zulassungstest für das Medizinstudium in Deutschland und wird von fast allen Universitäten für das Auswahlverfahren in Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin genutzt. Nur eine Handvoll Universitäten in Deutschland nutzt andere Tests oder Interviewverfahren an Stelle des TMS.
Jedes Jahr nehmen daher sehr viele Bewerber:innen Teil, um einen der heißbegehrten Medizinstudienplätze zu erhalten und dem Traumberuf Arzt bzw. Ärztin ein Stück näher zu kommen. Im vergangenen Jahr gab es ca. 30.000 Anmeldungen für den TMS.
Aber bevor ihr euch von der hohen Zahl abschrecken lasst: Insgesamt werden für die Fächer Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin zusammen auch über 17.000 Studienplätze pro Jahr vergeben.
Beachtet man nun, dass einige Bewerber:innen nur über ihr Abiturergebnis oder andere Auswahlverfahren einen Studienplatz bekommen und den TMS gar nicht schreiben müssen, kommt man sowohl bei Medizin als auch Zahnmedizin und Tiermedizin auf ein Verhältnis von etwa 4 Bewerber:innen auf einen Studienplatz.
Sich nur noch gegen 3 andere Bewerber:innen durchsetzen zu müssen, klingt doch schon gleich etwas weniger schlimm! Wenn man bedenkt, dass manche gar nicht oder nur äußerst schlecht vorbereitet am TMS teilnehmen, wird das Verhältnis noch besser.
Dabei sollte euch immer bewusst sein:
Ein gutes TMS-Ergebnis kann einen „schlechten“ Abi-Schnitt nicht nur ein bisschen kompensieren, sondern sogar komplett irrelevant machen.
Denn: An manchen Universitäten wird ein Teil der Studienplätze nur durch das Testergebnis vergeben, sodass das Abi gar keine Rolle mehr spielt. Außerdem gibt es einige Universitäten, an denen Freiwilligendienste wie FSJ oder BFD sowie berufliche Ausbildungen oder Berufserfahrungen angerechnet werden. Mit einem guten TMS-Ergebnis und ggf. einem absolvierten Freiwilligendienst oder einer Ausbildung hat man daher an vielen Universitäten sehr gute Chancen auf einen Studienplatz. Mehr dazu findet ihr im Kapitel „Allgemeines zum Auswahlverfahren“.
Seht den TMS daher nicht als Hindernis, sondern als großartige und realistische Möglichkeit, mit Fleiß und etwas Talent auch ohne 1,0er Abi einen Studienplatz zu bekommen.
Der TMS wird als „fachspezifischer Studierfähigkeitstest“ bezeichnet, soll also Fähigkeiten abprüfen, die im Medizinstudium benötigt werden und eine gute Vorhersage über den Studienerfolg ermöglichen. Das bedeutet, dass gute TMS-Teilnehmer:innen meist auch das Studium gut schaffen.
Auch, wenn man an der Sinnhaftigkeit einzelner Untertests zweifeln darf, denken wir, dass das insgesamt auch stimmt.
Einige Untertests lassen sich jedoch auch durch einfache Tricks „knacken“, wodurch es leicht wird, eine hohe Punktzahl zu erreichen, und die Aussagekraft der Testteile abnimmt. Mehr Informationen dazu findet ihr in den Untertest-Vorstellungen in diesem Textbook, in denen wir die Bearbeitungsstrategien einmal ausführlich vorstellen.
Der TMS fragt kein Fachwissen ab. Es gibt also nichts, was man für den TMS „wissen“ muss. Kein Physik, kein Chemie, kein Bio. Lediglich Mathekenntnisse aus der Mittelstufe werden benötigt.
Die meisten Aufgaben des TMS sind eher Aufgaben, die sich als „logisches Schlussfolgern“ oder „Konzentrationstests“ beschreiben lassen.
Das bedeutet aber nicht, dass man für den TMS nicht trainieren kann. Das kann man sehr wohl und dadurch sein Testergebnis erheblich verbessern.
Die offizielle Seite zum TMS findet ihr unter: tms-info.org.
Jede und jeder darf am Test teilnehmen. Es findet keine Vorauswahl über die Abiturnote statt und man muss auch noch kein Abitur haben, um teilzunehmen.
Am TMS darf man nur zweimal im Leben teilnehmen. Allerdings wird der TMS im November 2026 das letzte Mal stattfinden und danach durch den TMSnat ersetzt, der unendlich oft wiederholt werden darf. Man darf auch unendlich oft am TMSnat teilnehmen, wenn man den TMS schon zweimal absolviert hat.
Der Termin des letzten TMS ist der 7. und 8. November 2026.
Eine Anmeldung ist ab Juli möglich.
Die Teilnahmegebühr beträgt aktuell 100 € und muss bei der Anmeldung bezahlt werden. Nimmt man nicht teil, ist leider keine Erstattung möglich, auch nicht im Krankheitsfall.
Der TMS findet gleichzeitig an vielen verschiedenen Orten in Deutschland statt. Im Mai 2026 waren es 33 Orte in ganz Deutschland verteilt.
Irgendwie schafft es also jede:r, einen Testort in der Nähe zu finden. Die angebotenen Orte können zwischen den verschiedenen Testterminen abweichen, sodass es keine feste Liste immer verfügbarer Orte gibt.
Bei der Ortauswahl gilt „first come - first serve“. Ihr solltet nach Freischaltung der Wahlmöglichkeit daher möglichst schnell euren Platz auswählen, um nicht eine weitere Anreise in Kauf nehmen zu müssen.
Es bleibt dann Geschmackssache, ob ihr erst am Testtag anreist oder euch bei etwas längerer Anfahrt lieber am Vortag ein Hotelzimmer in der Nähe sucht. Viele von euch werden aber Testorte finden können, die gut innerhalb einer Stunde von der eigenen Haustür aus zu erreichen sind, womit die Notwendigkeit des Übernachtens wegfällt.
Der TMS beginnt auch nicht allzu früh, dazu im späteren Kapitel „Der Testtag“ noch etwas mehr.