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  1. Fakten lernen
  2. Fakten lernen

Strategie: Fakten lernen

Auch hier ist die Strategie, Assoziationen zu bilden, also Verknüpfungen der einzelnen Elemente, insbesondere mittels der sogenannten Loci-Methode.

 
 

Loci-Methode

 
Die Loci-Methode (lateinisch für: Orte) ist eine Merk- und Assoziationstechnik, die darauf beruht, sich Fakten als Bilder an bestimmten Orten, die ihr kennt, vorzustellen. Ihr erinnert euch leichter an die Bilder an den verschiedenen Orten als an reine Fakten.

 
Die Einordnung in einen räumlichen Kontext ermöglicht es auch, bei der Wiedergabe eine Reihenfolge einzuhalten.

Beliebte Ortstrukturen sind ein bekannter Weg (z.B. Schulweg, Arbeitsweg) oder gut bekannte Räume (z.B. eigene Wohnung, Zuhause der Kindheit, Arbeitsplatz).

 
Der Weg oder Raum muss eine ausreichende Anzahl an Details aufweisen, damit die Fakten als Bilder dort abgelegt werden können.

 

Nun einmal beispielhaft erklärt:

 
Ich habe mich für Räume statt einem Weg entschieden. Ich habe einen Ort gesucht, an dem ich 5 Räume sehr gut kenne, und habe mich für die Wohnung meiner Eltern entschieden, in der ich aufgewachsen bin.

 
Diese 5 Räume stehen gleichzeitig für die 5 Altersgruppen der Patienten. Im Verlauf werde ich mir die Patienten mit ihren Fakten in den Räumen vorstellen und dabei die Patienten der gleichen Altersgruppe in den gleichen Raum „ablegen“.

 
Die Räume haben eine Reihenfolge, in der ich sie gedanklich betrete, wodurch ich das Aufsteigen der Altersgruppen darstelle: Die jüngste Altersgruppe kommt in den ersten Raum, die nächstältere in den zweiten Raum usw.

Das genaue Alter müsst ihr euch dabei nicht merken, sondern nur wissen, ob es die erste, zweite, dritte, vierte oder fünfte Altersgruppe war. Dazu später mehr.

 
Wir beginnen also mit der ersten (jüngsten) Gruppe. Drei Patient:innen wollen untergebracht werden.

Dafür suche ich drei eindeutige Orte im Raum aus, an denen sich die Patienten jeweils aufhalten können. Dies sollte unverwechselbar sein und darf ruhig etwas skurril sein. Man würde durcheinanderkommen, wenn alle Patient:innen in der Mitte des Raumes stünden.

Ein Patient kann z.B. im Bett liegen, auf dem Sofa sitzen, am Schreibtisch sitzen, auf einem Schrank sitzen, auf der Fensterbank sitzen, usw.

 
Wichtig ist, euch drei feste Punkte in diesem Raum zu überlegen und die gleichen drei auch jedes Mal beim Üben dieses Untertests wieder zu verwenden. Ihr nutzt also bis zum TMS die gleichen Punkte, andernfalls kommt ihr durcheinander.

Natürlich könnt ihr die Methode aber zwischendurch noch einmal anpassen, wenn ihr mit den Räumen oder Orten unzufrieden seid.

Nehmen wir einmal den ersten Raum, den ich mir überlegt habe, das kleine Zimmer meiner Schwester: Bett, Sofa, Schrank

 
Die erste Person der ersten Gruppe lege ich gedanklich im Bett ab.

 
Nun versuche ich, mir anhand der Fakten ein Bild des Patienten oder der Patientin zu malen und gleichzeitig möglichst viele Eigenschaften miteinander zu verknüpfen, indem ich eine ursächliche Beziehung herstelle.

 
Olivia: ca. 25 Jahre, Wahrsagerin, albern - Insektenstich

 
„Die Wahrsagerin liegt im Bett und muss die ganze Zeit albern lachen, weil sich in der Glaskugel ihr Insektenstich spiegelt, der so groß wie eine Olive auf ihrer Nase sitzt.“

 
Man stellt sich also vor, dass die Fakten miteinander zusammenhängen, damit sich ein schlüssiges Bild ergibt. Ich habe mir mit dieser Vorstellung alle 6 Fakten merken können: Frau, Wahrsagerin, albern, Insektenstich, Olivia, jüngste Altersgruppe.

 
Auch die Namen sollte man sich - wenn möglich - als sichtbares Bild vorstellen, um sie zu behalten.

 
Das Bild des Patienten bzw. der Patientin wirkt stärker, je krasser, emotionaler, skurriler oder sexueller ihr euch die Fakten vorstellt. Die Fakten sollte man immer als äußerliches Bild erkennbar machen. Arbeitsutensilien zeigen den Beruf, Diagnosen sieht man eindrücklich von außen.

 
Da das Geschlecht, welches im Beruf genannt ist, ebenfalls in der Abfragephase wichtig ist, müsst ihr es mit einbauen, euch den Patienten bzw. die Patientin also mit dem angegebenen Geschlecht vorstellen.

 
Manchmal sind die Namen auch gleich oder ähnlich zu Namen von Bekannten oder Freunden. Dann könnt ihr euch auch gerne diese Personen als Patienten vorstellen. Wenn das Geschlecht nicht passt, fügt ihr Details ein, durch die ihr erinnert, dass ihr das Geschlecht umkehren muss, bspw. einen kräftigen gezwirbelten Schnurrbart oder weibliche Brüste.

 
Irgendeinen Weg werdet ihr für euch schon finden.

 

Dies macht ihr nun also auch für die anderen beiden Patienten des Raumes.

 
Danach geht ihr gedanklich in den nächsten Raum und legt dort die nächsten drei Patient:innen ab.

 
Immer, bevor ihr in den nächsten Raum geht, könnt ihr noch einmal kurz die drei Personen im Raum gedanklich wiederholen, um sie besser zu erinnern.

 
 
 

Meistens sind die Altersgruppen im TMS aufsteigend sortiert, es kam wohl aber auch schon einmal vor, dass eine Altersgruppe an eine andere Stelle geschoben wurde. Dies solltet ihr zu Beginn einmal prüfen, bevor ihr anfangt, die Zimmer zu „befüllen“.
Wenn die zweite Gruppe also z.B. die ist, die vom Alter eigentlich als vierte kommen sollte, lernt ihr sie erst später und steckt sie in den vierten Raum. Dafür zieht ihr die zweitjüngste Gruppe vor.

Das genaue Alter musste man sich bisher nicht merken. Denn in den Aufgaben in der Reproduktionsphase (Abfragephase), wurden bisher nie Antwortmöglichkeiten gegeben, die nicht tatsächlich vorkamen. Wenn also danach gefragt war, wie alt die Patientin mit der Diagnose XY ist, kamen in den 5 Antwortmöglichkeiten immer genau die 5 Altersgruppen vor, die es auch tatsächlich gab. Ihr müsst also nur überlegen, im wievielten Raum die Patientin war und wisst dann die Antwort.
 
Durch zum Teil doppelt vorkommende Merkmale oder Diagnosen sind manche Aufgaben etwas schwieriger.
Es kann dann beispielsweise gefragt werden, welchen Beruf oder welches Merkmal der jüngere Patient mit der Diagnose hat. Dann muss man überlegen, welche Patienten diese Diagnose hatten (meist sind es maximal zwei) und in welchen Räumen sie waren, um zu erinnern, wer jünger war.
Das Geschlecht, das in der Berufsbezeichnung enthalten ist, kann hier auch eine Rolle spielen. So könnte eine Frage lauten, welche Diagnose die Patientin mit einem bestimmten Merkmal hat. Eine zweite Person mit dem gleichen Merkmal könnte dann männlich sein, wäre also ein Patient und keine Patientin.
 
In seltenen Fällen sind Fakten nur scheinbar gleich und unterscheiden sich in wenigen Buchstaben. So kam es wohl schon vor, dass ein Patient eine „Hypertonie“ (hoher Blutdruck) und ein Patient eine „Hypotonie“ (niedriger Blutdruck) hatte. Die Möglichkeit solcher feiner Unterschiede solltet ihr im Hinterkopf haben.
 
Wenn Namen, Berufe oder Diagnosen Fremdwörter sind, die ihr euch nicht bildlich vorstellen könnt, vereinfacht sie, egal wie bescheuert.
Die Diagnose Appendizitis (Blinddarmentzündung) kann dann z.B. zu „Appetit“ werden. Also hat der Patient oder die Patientin eine Krankheit, bei der man unstillbaren Appetit verspürt und passend dazu schaufelt er oder sie sich einen riesigen Teller Nudeln rein.
Die Diagnose Glomerulosklerose könnte irgendein Bild mit „Klo“ oder „Rose“ ergeben. Dem Patienten hängt eine Klobrille um den Hals oder er wurde durch eine Rose durchspießt, welche noch in seinem Körper steckt.
„Polychondritis“ aus unserem Beispiel-Set könnte zu „Po“ vereinfacht werden, mit einem entsprechenden mentalen Bild.
Egal, wie weit hergeholt die Assoziationen sind, in der Reproduktionsphase könnt ihr euch meist gut an sie erinnern, wenn ihr die Antwortmöglichkeiten durchlest. Ihr müsst ja nicht von selbst die richtige Antwort aufschreiben, sondern nur aus der Auswahl an Antworten die richtige auswählen, sie also nur wiedererkennen.

 

Die andere vorhin erwähnte Methode wäre, sich einen Weg, statt Räume vorzustellen.
Nehmt z.B. den eigenen Schulweg und markante Punkte, die sich entlang des Wegs befinden, bspw. eine Bushaltestelle, einen Zebrastreifen, einen Kiosk und weitere Punkte.
Dann legt ihr gedanklich die ersten drei Patient:innen am ersten Punkt ab, z.B. der Bushaltestelle. Am besten lasst ihr sie auch miteinander interagieren, damit ihr erinnert, dass es genau die drei waren. Die drei Personen können sich also streiten, lieben, zusammen lachen, tanzen, was auch immer. Je bildlicher, desto besser.
Ich persönlich fand aber die Variante mit den Räumen übersichtlicher und angenehmer.

 

Anfangs braucht ihr vermutlich etwas länger, euch die Bilder und „Geschichten“ zu den Patienten auszudenken und sie an den Orten abzulegen. Für eure ersten Simulationen könnt ihr euch ruhig 10-12 Minuten Zeit nehmen und dann langsam die Zeit verkürzen.
Nehmt die ersten Bilder und Geschichten, die euch in den Sinn kommen. Je absurder, desto besser.

 

Damit ihr euch die Bilder zu den Patienten besser einprägt, könnt ihr, bevor ihr ins nächste Zimmer geht, noch einmal kurz die drei Patienten gedanklich durchgehen.
Manche machen es auch ganz anders und wiederholen z.B. nach dem dritten Zimmer alle bisherigen Patienten.
Was das Beste ist, ist sehr individuell, und davon abhängig, wie schnell ihr seid und wie gut ihr die Bilder erinnert.

Bei mir war es so, dass ich die Bilder sehr gut erinnert habe, jedoch eher langsam beim Ausdenken der Bilder und Geschichten war.
Für mein gutes Gewissen bin ich nach jedem Befüllen eines Zimmers noch einmal kurz die drei Patienten durchgegangen. Aber auch nur das eine Mal und nicht später nochmal.
Beim Üben und beim TMS selbst bin ich immer nur bis einschließlich zum 4. Zimmer gekommen, habe mir die drei letzten Patienten also gar nicht mehr angucken können. Dafür habe ich die Patienten aus den 4 Zimmern immer perfekt erinnern können.
Ich hätte daher ausprobieren sollen, ob ich die Patienten auch ohne Wiederholen noch fast genauso gut erinnere, dafür aber das 5. Zimmer schaffe. Denn wenn ich die 4 Zimmer eh immer perfekt geschafft habe, war der limitierende Faktor für eine höhere Punktzahl nicht mein Erinnerungsvermögen, sondern die Zeit.
Hätte ich das Wiederholen sein lassen, dadurch das 5. Zimmer geschafft und trotzdem noch fast immer alles perfekt erinnert, wäre es die bessere Herangehensweise gewesen. Hätte ich gemerkt, dass die Erinnerung dadurch schlechter wird, hätte ich wieder zurück zu den 4 Zimmern mit Wiederholen gehen können. Da ich mich nicht getraut habe, ohne Wiederholen zu üben, weiß ich leider nicht, ob es nicht hätte besser laufen können. Ich habe den Untertest einfach zu selten vor dem TMS geübt, um solche Dinge ausprobieren zu können.

Ihr solltet beim Üben daher beobachten, ob bei euch der limitierende Faktor das Merken oder die fehlende Zeit ist und je nachdem ausprobieren, ob ihr mit mehr oder weniger Wiederholung während des Einprägens eventuell bessere Ergebnisse erzielen könnt.

Letztendlich war meine Methode aber trotzdem recht gut, weil man meist nur 2-3 Aufgaben nicht beantworten kann, wenn die letzte Gruppe fehlt. Wurden Fragen zu Personen aus der letzten Gruppe gestellt, kamen mehrere Antwortmöglichkeiten für den gefragten Fakt auch aus den ersten 4 Gruppen. Die könnt ihr dann ja weitgehend ausschließen, wenn ihr wisst, dass der Beruf oder Name jemand anderem gehörte. So können manchmal Aufgaben zur 5. Gruppe trotzdem sicher richtig beantwortet werden oder zumindest auf 2-3 Antwortmöglichkeiten begrenzt werden, wodurch man höhere Chancen beim Raten hat.
Da Merkmale und Diagnosen doppelt vorkommen können, könnt ihr jedoch nicht ausschließen, dass jemand aus der 5. Gruppe nicht doch dieses Merkmal oder diese Diagnose hat, auch wenn ihr wisst, dass schon jemand aus den anderen Gruppen das Merkmal oder die Diagnose hatte. Da bisher Fakten nicht dreifach vorkamen, könnt ihr Antworten aber quasi sicher ausschließen, wenn ihr euch an zwei andere Patient:innen erinnert, die diese Merkmale oder Diagnosen hatten.
Wenn ihr nur 4 Altersgruppen schafft, werdet ihr - je nach Rateglück - daher meist 1-3 Aufgaben falsch haben. Das war für mich ok, da ich durch diese Herangehensweise alle anderen Aufgaben sicher richtig beantworten konnte.

 

Diesen Untertest solltet ihr vielleicht nicht täglich üben, da die Bilder von den Patienten in den Räumen vom vorherigen Mal noch zu stark sein können. Außerdem empfand ich das Üben für den Untertest als sehr anstrengend.
Es ist normal, immer ein paar Restbilder zu haben. Sie lassen sich einfach „überschreiben“, wenn ihr die Räume neu befüllt. Trotzdem würde ich empfehlen, den Test nur jeden 2. oder 3. Tag zu üben, je nachdem, wie viel Zeit ihr noch habt.
Vor dem TMS solltet ihr ihn mindestens zwei Tage nicht gemacht haben, damit etwaige Restbilder keinen zu starken Einfluss mehr haben.

Außerdem solltet ihr die gleichen Fakten-Simulationen besser nicht mehrfach bearbeiten, da sich die Bilder sonst festsetzen können und ihr Schwierigkeiten bekommt, beim nächsten Mal neue Patienten an die Plätze zu setzen. Das Assoziieren würdet ihr so ja auch nicht üben können.
Auf dieser Plattform findet ihr daher ausreichend Material an Figuren- und Fakten-Simulationen, die alle Schwierigkeiten beinhalten, die auch im TMS vorkommen können.

 

 

Noch ein Profitipp

 
Nach der Einprägephase von Figuren und Fakten wird euch das Heft, in denen sie standen, wieder weggenommen und der Rest des TMS wird mit einem anderen Heft fortgeführt (damit ihr euch die Fakten und Figuren nicht nochmal heimlich angucken könnt).

Das Einsammeln der Hefte und Austeilen der neuen Hefte dauert ein paar Minuten. In der Zeit bin ich alle Zimmer noch einmal gedanklich durchgegangen und hätte auch Zeit gehabt, sie ein zweites oder drittes Mal durchzugehen.

Diese weitere Wiederholung hat geholfen, dass ich mich wirklich perfekt an die ersten 4 Gruppen erinnern konnte. Macht es unbedingt auch! Man kann auch versuchen, noch einmal ein paar Figuren gedanklich durchzugehen, die man zu dem Zeitpunkt noch erinnert.

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