Nur ungelernte Kapitel anzeigen

4.9
Hier gibt es eine sehr gute Strategie, die auch in eigentlich allen anderen Büchern steht und viele Bewerber:innen sogar selbst herausfinden.
Bei einer Ansicht von rechts, links oder hinten, befinden sich markante Punkte auf gleicher horizontaler Höhe.
Ist dies der Fall, kann man die Ansicht von oben oder von unten ausschließen.
Sind markante Punkte auf unterschiedlichen Höhen, handelt es sich um eine Ansicht von oben oder unten:
Bei einer Ansicht von oben oder unten befinden sich markante Punkte NICHT auf gleicher horizontaler Höhe.
Wenn man sich dies erstmal klargemacht hat, ist die Aufgabe schon fast gelöst.
Markante Punkte können z.B. sein: Schlauchenden, Wandberührungen, Schlaufen, Knoten, Knäule.
Beispiel:


Wie ihr seht, liegen markante Punkte (hier Schlauchenden) auf einer Höhe. Es handelt sich daher um die Ansicht von hinten, rechts, oder links (hier ist es die Ansicht von rechts).
Bei der Ansicht von oben oder unten würde das nicht gelten. Hier einmal die Ansicht von oben:

Diese Strategie ließe sich noch verkomplizieren, indem man sagt, dass bei Ansicht von rechts, links oder von hinten die horizontale Achse gleichbleibt, und bei Ansicht von oben oder unten die vertikale Achse:

Das ergibt auch Sinn, wenn ihr überlegt, auf welcher Achse ihr euch bei welcher Ansicht um den Würfel herumbewegen würdet.
Jedoch hat es keinen Mehrwert, sich gedanklich mit der vertikalen Achse zu belasten, da ihr ja eh schon wisst, dass es sich um die Ansicht von oben oder unten handeln muss, wenn die horizontale Höhe nicht passt. Also vergesst das mit der vertikalen Achse gerne wieder.
Bleiben wir noch einmal dabei, dass die horizontale Achse gleich ist. Es handelt sich also um die Ansichten von hinten, rechts oder links.
Häufig, aber nicht immer, ist eine Ansicht von hinten sehr gut zu erkennen, weil die Anordnung der Elemente gespiegelt erscheint:
Es gilt auch, dass alles, was auf dem Originalbild vorne ist, beim zweiten Bild hinten ist und alles, was auf dem Original hinten ist, nun vorne ist.
Die Bilder sind also natürlich nicht genau gespiegelt, weil auch vorne und hinten vertauscht ist, wodurch sich die Ansicht von hinten manchmal tatsächlich gar nicht so leicht erkennen lässt.


In einfachen Fällen sind die Anordnungen von Enden, Schlaufen, Knoten, etc. gut sichtbar gespiegelt. In anderen Fällen ist es nicht sofort erkennbar. Dann kann man sich aber auch vorstellen, wie es aussehen würde, wenn man von rechts oder links auf den Würfel schauen würde und die Ansichten ausschließen.

Bei der Ansicht von rechts gilt:
Das ist nichts zum Auswendiglernen, sondern einmal bitte nachvollziehen und verstehen. Danach macht ihr diese Überlegungen bei den Schlauchfiguren ganz von allein.

Hier seht ihr z.B., dass die Biegung 3 vorher rechts war und bei der Ansicht von rechts nun vorne. Das Schlauch-Ende 1 war vorher hinten rechts und ist nun vorne rechts.
Die Biegung 6 war vorher vorne links und ist nun hinten links.
Am Anfang kann es anstrengend sein, ihr werdet es aber sehr schnell verinnerlichen.
Bei der Ansicht von links gilt umgekehrt:

Oben und unten verändert sich bei der Ansicht von rechts und links nicht, da die horizontalen Höhen ja gleich bleiben.
So, nehmen wir an, die horizontale Achse weicht ab, wir haben also eine Ansicht von oben oder von unten. Dann muss man sich nur vorstellen, wie es aussehen würde, wenn man von oben bzw. unten auf den Würfel gucken würde.
Bei einer Ansicht von oben würde gelten:
Auch hier, bitte nicht auswendig lernen, sondern einmal nachvollziehen:

Bei der Ansicht von unten gilt:

Hier seht ihr recht eindrücklich, dass Schlauchenden bei verschiedenen Ansichten auch mal verschwinden können. Im zweiten Bild sieht man nur noch eines der vier Schlauchenden.
Mit ein bisschen Übung bekommt ihr schnell ein gutes Gefühl für die Aufgaben und macht die genannten Überlegungen ganz von allein.
Es ist sehr wichtig, sich an mehreren markanten Stellen orientieren zu können. Anfangs ist es am einfachsten, auf Schlauchenden zu achten. Allerdings gibt es manchmal keine Enden, oder sie helfen nicht vollends weiter. Weitere Elemente, die sehr hilfreich sein können, sind:
Bei den verschiedenen Ansichten findet ihr diese Punkte häufig wieder und könnt dadurch zuordnen, um welche Ansicht es sich handeln muss.
Auch hilfreich sind Strukturen, die nur in einem der beiden Bilder erkannt werden können.
Ist eine Struktur (z.B. ein Schlauchende) im ersten Bild sichtbar, im zweiten nicht, muss sie im zweiten Bild durch andere Strukturen verdeckt werden, wodurch man ebenfalls auf die Ansicht schließen kann.
Andersherum geht es auch, dass im zweiten Bild etwas gesehen wird, was im ersten Bild verdeckt wurde. Versucht einfach, euch vorzustellen, wie es zustande kommen kann, dass man die Struktur einmal sieht und einmal nicht.
Ihr habt pro Aufgabe etwa 37 Sekunden Zeit, müsst währenddessen aber natürlich auch noch das Kreuz für die richtige Antwort setzen, wodurch nur knapp über 30 Sekunden pro Aufgabe bleiben.
Das kommt einem zu Beginn wirklich sehr kurz vor, allerdings wird man mit der vorgestellten Methode auch sehr schnell.

Die Entscheidung, ob Elemente auf gleicher Höhe sind, schafft man bei den meisten Bildern in wenigen Sekunden, manchmal ist es aber nicht ganz eindeutig, v.a. bei „Knäulen“, wo viele Elemente im Glaskasten sind. Diese kommen aber nicht allzu häufig vor.
Die weitere Differenzierung schafft ihr meist in der restlichen Zeit ganz gut, wenn ihr markante Stellen betrachtet. Am besten ist es, mehrere markante Strukturen anzuschauen, um keinen Flüchtigkeitsfehler zu machen. Also z.B. auf Enden und Wandberührungen zu schauen.
Achtet beim Üben daher darauf, an möglichst vielen Dingen festzumachen, um welche Ansicht es sich handeln muss. So bleibt ihr flexibel und nicht davon abhängig, dass es z.B. Schlauchenden gibt.
Schlauchfiguren lässt sich auch gerne mehrmals mit dem gleichen Material üben, da man eh wieder schnell vergisst, um welche Ansicht es sich gehandelt hat.
Nach wenigen Wochen werdet ihr ein gutes Level bei Schlauchfiguren erreicht haben und es vermutlich kaum weiter steigern können. Bearbeitet am besten trotzdem jeden Tag für einige Minuten Schlauchfiguren, um drin zu bleiben.
Wenn ihr ganze Simulationen bearbeitet, werdet ihr merken, dass es manchmal Aufgaben gibt, bei denen ihr gar keine Ahnung habt. Aufgrund der knappen Zeit solltet ihr sie dann einfach raten, statt zu lange bei ihnen hängen zu bleiben. Ist am Ende noch Zeit übrig, könnt ihr noch einmal auf sie zurückkommen
Man munkelt, dass die Ansicht von hinten im TMS seltener vorkommt, da sie oft leichter zu identifizieren ist und die Testersteller so die Schwierigkeit anheben möchten. Wir können das weder bestätigen noch verneinen. Wenn ihr raten müsst, könntet ihr also davon profitieren, wenn ihr nicht die Ansicht von hinten auswählt.
Weiterhin könnt ihr beim Raten durch Betrachtung der horizontalen Achse vielleicht wenigstens eingrenzen, ob es sich um die Ansicht von oben / unten handeln muss oder die Ansicht von rechts / links / hinten, und somit die Wahrscheinlichkeit steigern, dass ihr richtig ratet.