Der HAM-Nat (kurz für: Hamburger Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge - Naturwissenschaftstest) ist ein Zulassungstest für das Medizin-, Zahnmedizin- und Pharmaziestudium. Hier stellen wir euch vor, aus welchen Teilen er besteht und wo ihr mit dem HAM-Nat studieren könnt.
Einen kurzen Überblick über den HAM-Nat findet ihr in unserem Infovideo:
Im Video erwähnte Links:
Eine ausführliche Einführung zum HAM-Nat findet ihr in diesem Kapitel.
Wir befinden uns im Jahre 2025 n.Chr.
Ganz Deutschland nutzt mittlerweile den TMS als Zulassungsverfahren für medizinische Studiengänge…Ganz Deutschland? Nein!
Ein paar unbeugsame Wissenschaftler aus Hamburg hören nicht auf, Widerstand zu leisten und bieten mit dem HAM-Nat ein eigenes, vielleicht deutlich besseres Auswahlverfahren an.
Der HAM-Nat (kurz für: Hamburger Auswahlverfahren für medizinische Studiengänge - Naturwissenschaftstest) ist ein Zulassungstest für das Medizin-, Zahnmedizin- und Pharmaziestudium. Er wird an folgenden Universitäten genutzt:
Am HAM-Nat nehmen pro Jahr ca. 2.000 - 2.500 Bewerber:innen teil, von denen sich die meisten für die insgesamt ca. 600 Studienplätze in Humanmedizin und Zahnmedizin interessieren. Somit kommen in etwa 4 Bewerber:innen auf einen Studienplatz.
Damit ist der HAM-Nat das „kleine Gegenstück“ zum TMS (Test für medizinische Studiengänge), welcher oft auch einfach als „Medizinertest“ bezeichnet wird und von allen anderen Universitäten in Deutschland für die Zulassung zum Medizinstudium genutzt wird.
Die Auswahl an Universitäten ist beim HAM-Nat also deutlich kleiner als beim TMS. Dafür hat der HAM-Nat gegenüber dem TMS einige Vorteile zu bieten: Auf den HAM-Nat kann man sich deutlich besser als auf den TMS vorbereiten, wodurch man im Vergleich zum TMS stärker selbst in der Hand hat, wie gut das eigene Ergebnis ausfällt. Außerdem sind die Inhalte des HAM-Nat gleichzeitig wichtig für die ersten Semester des Studiums und daher eine hervorragende Vorbereitung auf das Studium. Zu guter Letzt ermöglicht der HAM-Nat das Studium in der schönsten Stadt der Welt und wäre allein schon aus diesem Grund dem TMS vorzuziehen :)
Der TMS wird als „Fähigkeitstest“ beschrieben und prüft allgemeinere kognitive Fähigkeiten ab, wie z.B. konzentriertes Arbeiten, räumliches Vorstellungsvermögen, mathematische Fähigkeiten und logisches Schlussfolgern aus Texten. Außer einigen Mathe-Kenntnissen gibt es nichts, was man für den TMS wissen muss.
Der HAM-Nat dagegen ist in großen Teilen eher ein „Wissenstest“, für den man Inhalte aus den Fächern Mathe, Physik, Chemie und Biologie wissen und anwenden muss.
Der HAM-Nat besteht aus Multiple-Choice Aufgaben und ist in zwei Testteile gegliedert:
Der Naturwissenschaftsteil ist jedoch der deutlich größere und wichtigere Teil des HAM-Nats. Logisches Denken macht nur 25 % der Gesamtpunktzahl aus, der Naturwissenschaftsteil hingegen 75 %.
Der Naturwissenschaftsteil besteht aus Aufgaben zu medizinisch relevanten Themen aus den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie. In den letzten Jahren gab es in diesem Testteil 60 Aufgaben, die in etwa 90 Minuten beantwortet werden mussten.*
Der Teil Logisches Denken besteht aus wiederum zwei Untertests:
In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Anpassungen dieses Testteils, u.a., aus welchen Untertests er besteht und wie viele Aufgaben in welcher Zeit zu bearbeiten waren. Deshalb kann es sein, dass ihr in anderen Internetquellen veraltete Angaben mit anderen Aufgabenzahlen und Bearbeitungszeiten lest.
Die aktuellen Angaben findet ihr immer auf der Seite der Auswahltestzentrale & viaMINT und sobald es eine Änderung geben sollte, bauen wir sie hier so schnell es geht ein.
Im Kapitel „HAM-Nat Vorbereitung“ stellen wir euch die Testteile noch einmal ausführlicher vor.
*Seit März 2024 kann man sich die Zeit zwischen dem Naturwissenschaftsteil (früher 90 Minuten) und Arithmetisches Problemlösen (früher 30 Minuten) nun frei einteilen. Man bekommt also 120 Minuten für beide zusammen.
Der HAM-SJT ist kein direkter Teil des HAM-Nats, sondern ein eigener Test und soll psychosoziale Kompetenzen der Bewerber:innen überprüfen.
Er geht nur für Humanmedizin und Zahnmedizin in Hamburg mit ins Auswahlverfahren ein, jedoch nicht bei Pharmazie oder Humanmedizin in Magdeburg.
In diesem Test werden verschiedene Situationen geschildert, die im Krankenhausalltag oder im Medizinstudium vorkommen könnten. Diese können sich z.B. auf Konfliktsituationen oder Angst- und Trauersituationen beziehen. Anschließend werden verschiedene Handlungsmöglichkeiten beschrieben, deren „Angemessenheit“ beurteilt werden soll. Auch dazu folgt an späterer Stelle eine etwas ausführlichere Erklärung.
Im Zuge der Online-Anmeldung für den HAM-Nat meldet ihr euch - sofern ihr Medizin oder Zahnmedizin in Hamburg studieren möchtet - auch direkt für den HAM-SJT an. Dieser wird dann direkt im Anschluss an den HAM-Nat durchgeführt.
Wenn ihr wisst, dass ihr eh Pharmazie oder nur in Magdeburg studieren möchtet, meldet ihr euch nicht für den HAM-SJT an und werdet ihn daher auch nicht schreiben.
Möchte ihr jedoch in Hamburg studieren, solltet ihr euch unbedingt für diesen Test anmelden! Eine Nichtteilnahme ist gleichbedeutend mit 0 Punkten im HAM-SJT und verschlechtert eure Chancen auf eine Zulassung in Hamburg erheblich.
Für den Studiengang Zahnmedizin in Hamburg gibt es einen weiteren Test, der mit ins Auswahlverfahren einfließt: Der HAM-Man.
Wenn ihr nur Humanmedizin studieren möchtet, meldet ihr euch für den HAM-Man nicht an und werdet ihn nicht absolvieren.
Der HAM-Man wird auch als „Drahtbiegetest“ bezeichnet und ist genau das: Bewerber:innen müssen aus einem Draht mithilfe einer Zange bestimmte geometrische Figuren biegen, die möglichst nah an der Originalvorlage sind. Wir zeigen euch später noch, welche Figuren dies in der Vergangenheit waren. Damit soll der Test feine manuelle Fähigkeiten abprüfen, welche im Zahnmedizinstudium sowie bei der Arbeit als Zahnarzt bzw. Zahnärztin benötigt werden.
Möchtet ihr Zahnmedizin studieren, meldet ihr euch daher sowohl für den HAM-Nat als auch den HAM-SJT und den HAM-Man an. Der HAM-Man findet dann direkt im Anschluss an den HAM-SJT statt.
Der „HAM-MRT“ war früher Teil des Auswahlverfahrens für Zahnmedizin. MRT stand dabei für „mentaler Rotationstest“ und mit diesem Testteil wurde u.a. anhand von Würfelstrukturen räumliches Vorstellungsvermögen geprüft. Seit 2021 ist er jedoch kein Teil des Auswahlverfahrens mehr. In einigen veralteten Internetbeiträgen kann man aber noch auf diesen Test stoßen, was euch nun hoffentlich nicht mehr verwirrt.

4.9