Im Auswahlverfahren für Zahnmedizin in Hamburg gelten aktuell folgende Kriterien:
Auswahlverfahren der Hochschule (AdH):
25 % Abiturleistung + 30 % HAM-Nat + 30 % HAM-Man + 15 % HAM-SJT
Zusätzliche Eignungsquote (ZEQ):
50 % HAM-Nat + 30 % HAM-Man + 15 % HAM-SJT + 5 % Freiwilligendienst
Der bis 2021 durchgeführte HAM-MRT (Mentaler Rotationstest mit Würfeln etc.) wird seit 2022 nicht mehr als Auswahlkriterium verwendet. An seine Stelle tritt der Drahtbiegetest HAM-Man, der auch schon bis 2019 eingesetzt wurde.
Eine kurze Videoeinführung findet ihr hier:
Beim HAM-Man geht es darum, feine manuelle Fähigkeiten abzuprüfen, welche im Zahnmedizinstudium sowie bei der Arbeit als Zahnarzt bzw. Zahnärztin benötigt werden.
Hierfür werden einfache geometrische Figuren als Vorlage gegeben, wie ein Draht gebogen werden soll.
Bewertet werden folgende Aspekte:
Bei der Deckungsgleichheit wird geschaut, wie gut der gebogene Draht mit der gezeichneten Vorlage übereinstimmt. Im besten Fall liegt er exakt auf.
Bei der Qualität der Biegung wird beachtet, ob die Biegung möglichst sauber ist, oder ob man am Draht z.B. sieht, dass an verschiedenen Stellen gebogen und wieder zurückgebogen wurde. Hier ist es also am besten, nur eine Biegung durchzuführen.
Bei der Planheit des Aufliegens wird darauf geachtet, dass der gebogene Draht flach auf dem Papier aufliegt und sich nicht nach oben wölbt.
Bisher gab es stets die drei gleichen Formen, von denen zwei zweidimensional sind und eine dreidimensional:

Das Dreieck und die runden Bögen sind zweidimensional, sollen also ganz flach genau auf der Vorlage aufliegen.
Bei der unteren Figur stehen die Rechtecke 90° zueinander. Es liegen also zwei der Rechtecke flach auf dem Tisch auf und zwei zeigen senkrecht nach oben.
Beim Dreieck handelt es sich um ein gleichseitiges Dreieck. Man beginnt die Figur hier unten rechts am Dreieck, geht dann hoch, dann nach unten links und dann nach rechts, sodass rechts der „Überschuss“ des Drahts am Ende der Figur entsteht.

Dieser Überschuss des Drahts, welcher auch bei den anderen beiden Figuren am Anfang und am Ende entsteht, ist in der Vorlage nicht mit eingezeichnet und kann beliebig lang sein.
All solche Informationen werden euch aber auch im HAM-Man schriftlich mitgeteilt.
Der HAM-Man dauert insgesamt 45 Minuten für das Lesen der Instruktionen und Biegen der drei Figuren. Das klingt nach viel Zeit, ist es allerdings anscheinend nicht. Viele Teilnehmer:innen berichteten, dass sie erst kurz vor Ende der Zeit fertig wurden.
Mit ein wenig Übung wird man aber deutlich schneller, weshalb ihr diesen Test unbedingt zuhause üben solltet.
Jede Figur lässt sich aus genau einem Draht erstellen. Ihr erhaltet 6 Drähte für die 3 Figuren und könnt sie frei verwenden, also auch Drähte verwerfen, die nicht gut geworden sind.
Verwerft die Drähte aber lieber nicht zu früh, damit ihr nicht plötzlich für die letzte Figur keinen mehr übrig habt. Mehr als 6 erhaltet ihr nämlich nicht.
An Material erhaltet ihr die Erklärung, die Vorlagen der Formen, die Drähte und eine Zange.
Für diesen Testteil kann und sollte man üben. Hierfür führt die Auswahltestzentrale sehr genau auf, um welche Art Draht es sich handelt und was für eine Zange im HAM-Man verwendet wird.
Die Zange ist eine handelsübliche beidseitig geriffelte Spitzzange, die es in jedem Baumarkt gibt. Die Länge der Zange beträgt ca. 14 cm und es handelt sich um eine Zange mit einer Feder in der Mitte, wodurch sie also immer wieder von allein aufgeht. Laut Berichten von Teilnehmer:innen ist dies die Original-Zange, die die letzten Jahre im HAM-Man verwendet wurde:
Als Draht wird Stangendraht (Chromium-Draht) empfohlen mit den Eigenschaften: Hart, Durchmesser 0,8 mm, Länge 150 mm (15 cm). Die Drähte könnt ihr z.B. hier erhalten:
Wenn ihr Kontakte zu Dentallaboren habt (z.B. über Eltern, die Zahnärzte sind), könnt ihr die Drähte auch dort unkompliziert in größeren Mengen bekommen.
Netterweise findet ihr auf zahnimarkt.com auch ein fertiges
Die Größe der Figuren kann von Jahr zu Jahr etwas abweichen und war für einige Teilnehmer:innen auch schon mal überraschend klein.
Wie oben schon erwähnt, ist die Länge des Überschusses egal, es zählt nur die Figur an sich.
Malt euch also gerne die drei Figuren in verschiedenen Größen auf ein kariertes Papier ab und übt das Biegen.
Variiert ruhig von sehr klein bis sehr groß, um ein möglichst breites Geschick zu bekommen.
Übt auch gerne andere Figuren, die ihr euch ausdenkt, wie z.B. Halbkreise, Rechtecke, etc.
Die 3D-Quadrate sehen als Vorlage in etwas so aus, damit man den Draht beim Formen auf die gestrichelte Linie auflegen kann:

Die Seitenlänge der Quadrate lag im letzten HAM-Man laut Berichten unterhalb von 1 cm, eher im Bereich 0,5-0,7 cm.
Aber probiert es einfach mal mit verschiedenen Größen aus.
Zuhause viel üben! Denn dann kommt man mit der Zeit im HAM-Man auch gut zurecht. Außerdem empfehlen erfolgreiche Teilnehmer:innen, wirklich in sehr vielen verschiedenen Größen zu üben, da man sich sonst zu schnell an eine Größe gewöhnt.
Außerdem fanden viele den Tipp gut, auch alternative Figuren als die drei gezeigten zu üben.
Viele fanden die Bögen am schwersten. Man kann sie also ein bisschen intensiver üben und es ist total ok, wenn man ein bisschen Schwierigkeiten mit ihnen hat, da es vermutlich fast allen so geht.
Die 3D-Figuren sind auch schwer.
Ggf. lohnt es sich im Test, mit den beiden schweren Figuren zu beginnen und das leichte Dreieck erst am Ende zu machen.
Nicht zu viel ausbessern, häufig wird die Figur damit nur schlechter. Versucht also, von Anfang an so sauber und konzentriert wie möglich zu arbeiten.
Für möglichst saubere Biegungen sollte man die Zange nur als Fixierung nutzen und mit den Fingern biegen. Hierfür legt man den Draht auf die Vorlage, setzt die Zange da an, wo die Biegung sein soll, und hebt den Draht dann mit der Zange hoch. Das findet ihr auch gut im oben verlinkten Video von uns 😊
Für die Überprüfung Planheit sollte man immer den Tisch nehmen. Die Vorlage, die man am Testtag bekommt, ist nicht ganz „planar“ (platt) und sollte daher nur zum Abmessen genutzt werden. Wenn ihr die Figur zwischendurch immer wieder auf dem Tisch ablegt, könnt ihr schauen, ob sie plan aufliegt und sie ggf. korrigieren.
Wenn eine Zange im HAM-Man nicht richtig funktioniert, ihr den Draht also z.B. nicht gut fassen könnt, dürft ihr die Zange austauschen. Dafür steht ein Behälter mit Ersatzzangen bereit.
Nutzt die Möglichkeit, wenn ihr das Gefühl habt, eure Zange funktioniert nicht so, wie sie es sollte!
Ihr braucht damit also auch keine Sorge haben, eine „kaputte“ Zange zu bekommen.

Anhand der Punkteverteilung sieht man, dass nur wenige Teilnehmer:innen wirklich viele Punkte erhalten und man sich also durchaus deutlich absetzen kann, wenn man diesen Testteil gut übt.
Einige Teilnehmende üben das Drahtbiegen gar nicht, nur sehr wenig oder mit ganz falschen Drähten.
Durch Übung lassen sich hier wirklich Punkte holen, die euch der Zulassung ein ganzes Stück näherbringen!
Also bestellt euch den Draht und die Zange, zeichnet euch die Figuren auf und legt los :)
Falls ihr unserer WhatsApp-Gruppe speziell für den HAM-Man beitreten möchtet, ist das hier der Link:
Dort könnt ihr euch z.B. zu Material und Tipps weiter austauschen.
Viel Erfolg!

4.9