Einige Wochen vor dem Test (die letzten Male war es 3-4 Wochen vorher) erhaltet ihr in eurem persönlichen Account auf der Seite der Auswahltestzentrale die Einladung mit eurem Testtag, der Uhrzeit und dem Testort. In eurer Einladung steht außerdem, was ihr alles mitbringen müsst (Ausweisdokument, Einladungsschreiben, ggf. Bleistift, etc.).
Uhren oder Timer sind im HAM-Nat (im Gegensatz zum TMS) übrigens nicht erlaubt. Die verbleibende Testzeit wird stattdessen für alle Bewerber:innen gut sichtbar mit mehreren Beamern an die Wände der Testräume projiziert, sodass ihr die Zeit jederzeit im Blick habt.
Schaut genau auf eure Einladung, welches euer Testort ist. Es gibt viele verschiedene Orte und Hörsäle, in denen der HAM-Nat geschrieben wird.
Auch wenn du und ein Freund / eine Freundin beide in Hamburg am Hauptcampus den Test schreibt, könnt ihr für verschiedene Hörsäle eingeteilt sein. Außerdem wird der HAM-Nat in Hamburg neben dem Hauptcampus noch in der City Nord und manchmal auch an der Uniklinik geschrieben. Schaut daher auf eure eigene Einladung und fahrt nicht blind mit irgendjemandem mit, der auch in Hamburg den HAM-Nat schreibt. Es kommt jedes Jahr vor, dass Leute am falschen Ort auftauchen, z.B. am Hauptcampus, wenn sie eigentlich in der City Nord eingeteilt sind. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man vom einen Ort zum anderen 30-40 Minuten. Und den Weg müsste man dann auf sich nehmen und kommt schlimmstenfalls zu spät.
Der Einlass in die Testräume und die Begrüßung nehmen ein bisschen Zeit in Anspruch, danach beginnt der HAM-Nat.
Im März 2025 war der HAM-Nat so aufgebaut:
Figurale Matrizen (14 Aufgaben in 15 Minuten)
Arithmetisches Problemlösen und Naturwissenschaftsteil (76 Aufgaben in 120 Minuten)
Seit 2024 kann man sich die Zeit zwischen Arithmetisches Problemlösen und dem Naturwissenschaftsteil selbst einteilen. Für die beiden Untertests stehen somit insgesamt 120 Minuten zur Verfügung, statt früher 90 Minuten für den Naturwissenschaftsteil und 30 Minuten für Arithmetisches Problemlösen.
Wie ihr mit dieser Änderung am besten umgeht, habe ich euch hier zusammengefasst.
Für alle, die sich auch für den HAM-SJT angemeldet haben, geht es nach dem HAM-Nat direkt mit diesem Test weiter. In den letzten Jahren gab es zwischen HAM-Nat und HAM-SJT keine Toilettenpause. Nur während der Tests (also in der Testzeit) könnt ihr jederzeit auf Toilette gehen.
Wer nicht für den HAM-SJT oder HAM-Man angemeldet ist, verlässt schon nach dem HAM-Nat den Testort.
HAM-SJT:
Dauer: 45 Minuten, voraussichtlich ca. 75 Aufgaben
Für die meisten Bewerber:innen ist der Testtag damit vorbei. Nur diejenigen, die auch für den HAM-Man angemeldet sind (Interessenten für Zahnmedizin), absolvieren noch zusätzlich den HAM-Man.
Zwischen HAM-SJT und HAM-Man gab es die letzten Jahre eine kurze Toilettenpause.
HAM-Man:
3 Figuren in 45 Minuten
Ort angucken! Pünktlich sein!
Wie bereits erwähnt, gibt es viele verschiedene Orte und Hörsäle, an denen der HAM-Nat geschrieben wird. So gibt es nicht nur die drei verschiedenen Städte, sondern z.B. auch innerhalb Hamburgs mehrere Orte und an jedem Ort wiederum mehrere Hörsäle. Schaut genau auf eure eigene Einladung und erspart euch damit den Stress und ein etwaiges Hin- und Herfahren zwischen Testorten, solltet ihr am falschen Ort auftauchen.
Einer der „Idioten“, die es mal geschafft haben, am falschen Hörsaal aufzutauchen, war übrigens ich. Ich war für einen kleineren Hörsaal neben dem Audimax (größter Hörsaal) am Hauptcampus eingeteilt. Langsam füllte sich der Platz mit Bewerber:innen und als die Türen zum Audimax geöffnet wurden und sich alle dort angestellt haben, habe ich mich brav mit in die Schlange gestellt. Nur um 20 Minuten später an der Anmeldung gesagt zu bekommen, dass ich im falschen Hörsaal bin.
Nach einem kurzen Sprint kam ich zum Glück noch rechtzeitig an meinem Hörsaal an und war danach auf jeden Fall wach. Lernt gerne aus meinem Fehler.
Gelernt wird nicht mehr!
Am Testtag sowieso nicht und bitte auch nicht am Tag davor. Wenn ihr euch wochenlang vorbereitet habt, werdet ihr am Tag vorher nichts Nennenswertes mehr lernen können. Im schlimmsten Fall raubt es euch nur Energie und Konzentration, die euch dann am Testtag fehlt.
Einmal habe ich den Fehler gemacht, am Tag einer Uni-Klausur (die erst nachmittags war) vorher noch zu lernen. Ich konnte mich während der Klausur kaum konzentrieren und habe den Fehler seitdem nie wieder gemacht.
Nehmt euch also am Tag vor dem Test etwas Schönes vor, geht spazieren oder schaut einen Film. Macht etwas, was euch mental herunterbringt und beschäftigt hält, ohne euch anzustrengen.
Und lasst am Testtag Formelsammlungen und Skripte lieber zuhause, statt sie noch nervös im Eingangsbereich des Testorts durchzublättern.
Nie mit ganz vollem oder ganz leerem Magen eine Klausur schreiben
Was als Baderegel fürs Schwimmen gilt, gilt auch für kognitiv anstrengende Tests. Ein voller Magen macht müde, ein ganz leerer Magen kann ebenfalls schlecht für die Konzentration sein. Vermeidet daher beides.
Konkrete Essensvorschläge zu geben, wie man sie woanders manchmal findet, fänden wir ehrlich gesagt ziemlich lächerlich. Es ist zwar ein mehrstündiger Test, aber man muss auch nicht so tun, als sei es ein Marathon.
Achtet einfach darauf, dass ihr am Abend vorher ausreichend esst und am Morgen des Tests bestenfalls ein bisschen frühstückt.
Aber ihr kennt euch selbst am besten. Wenn ihr lieber doch gar nichts essen möchtet und wisst, dass ihr damit zurechtkommt, ist das natürlich auch in Ordnung. Sicherheitshalber könnt ihr euch ja aber eine Kleinigkeit, wie ein belegtes Brot oder eine Banane, mitnehmen.
Nicht zu viel trinken!
Toilettenpausen, die ihr auch während des Tests nehmen dürft, kosten Zeit, die ihr gut zum Rechnen nutzen könnt. Ich habe bei meinem eigenen HAM-Nat tatsächlich bis zur letzten Sekunde die Aufgaben bearbeitet und war froh, während des Tests nicht auf Toilette zu müssen.
Letztendlich werden die wenigen Minuten auf Toilette aber in den meisten Fällen auch nicht über den Studienplatz entscheiden, also riskiert für unseren Tipp auch keine Dehydrierung.
Wenn ihr morgens ausreichend trinkt, könnt ihr die letzten 1-2 Stunden vor dem Test auf größere Trinkmengen verzichten und solltet ohne Toilettenpause durch den HAM-Nat kommen können.
Während des Tests dürft ihr etwas zu trinken am Platz haben. Trinkt am besten nur schluckweise, um nicht zu schnell auf Toilette zu müssen.
Wer weiß, dass er bzw. sie von koffeinhaltigen Getränken häufig auf Toilette muss, sollte diese vielleicht eher vermeiden oder zumindest nicht mehr als sonst trinken.
Gut zuhören!
Vermutlich der wichtigste Tipp am Testtag und trotzdem einer, der mit am schwersten zu befolgen ist.
Ihr seid aufgeregt, um euch herum sind viele Leute, ihr seid in einer ungewohnten Umgebung, und dann liest vorne jemand die ganze Zeit mit monotoner Stimme Hinweise zur Testdurchführung von einem Zettel ab:
„Herzlich Willkommen, blablabla, keine Uhren, blabla, keine offenen Haare, blabla, Antwortbogen unterschreiben, blabla, Name hierauf schreiben, blabla.“
Es ist ganz normal, dabei abzudriften. Aber neben einigem Blabla gibt es sehr wichtige Infos, die ihr nicht verpassen dürft.
Zum Beispiel erhaltet ihr beim HAM-Nat, wie auch später bei Uniklausuren, einen Antwortbogen und ein Fragenheft.
Im Fragenheft stehen die Aufgaben und Antwortmöglichkeiten. Auf dem Fragenheft steht außerdem, welche Versionsnummer ihr habt, z.B. 1, 2, 3 oder 4 (bzw. manchmal auch A, B, C oder D). Damit ihr nicht direkt vom Nachbarn abschreiben könnt, werden die Fragenhefte mit verschiedenen Versionsnummern ausgeteilt, in denen die Aufgaben eine unterschiedliche Reihenfolge haben. Diese Versionsnummer mussten in der Vergangenheit von den Bewerber:innen selbst auf dem Antwortbogen eintragen werden.
Der Antwortbogen sieht ungefähr so aus:

Bei jeder Aufgabe füllt ihr das Kästchen mit eurer Antwort aus. Das sieht dann ungefähr so aus:

Wichtig: In der Vergangenheit war es so, dass ihr die Versionsnummer unbedingt selbst im Antwortbogen eintragen musstet! Wenn jemand dies vergessen hat, konnten die Testersteller nicht nachvollziehen, wie viele Punkte der Bewerber bzw. die Bewerberin hatte, da z.B. die Antworten D-B-B-A-E usw. zwar für Version 2 vielleicht richtig sind, für Version 1, 3 und 4 aber völlig falsch, da die Aufgaben eine andere Reihenfolge haben.
Im Nachhinein gibt es meist keine Möglichkeit, herauszufinden, welche Version des Fragenheftes ihr hattet, wenn ihr dies nicht auf dem Antwortbogen eingetragen habt.
Hierauf haben die Testaufseher jedoch sehr oft und deutlich in ihren Ansagen hingewiesen, sodass man es nicht verpassen konnte, wenn man gut zugehört hat.
Ob sich an diesem System, dass ihr selbst die Versionsnummer eintragen müsst, zukünftig etwas ändert, wissen wir nicht. Hört daher den Ansagen der Testaufseher einfach gut zu.
Lasst euch nicht stressen
Versetzt euch in folgende Situation: Ihr habt noch 8 Minuten und 46, 45, 44 Sekunden bis zur Abgabe des Naturwissenschaftsteils und die mit dem Beamer an die Wand geworfene Uhr zählt erbarmungslos herunter.
Ihr beißt euch noch einmal auf die Lippen, wischt eure schwitzige Hand an der Hose ab und umklammert euren Bleistift, Härtegrad HB.
Plötzlich schaut ihr auf und seht, dass die meisten anderen Teilnehmer:innen Klausur und Stift abgelegt haben, mit verschränkten Armen in die Luft starren, Papierflieger basteln oder die Gummibärchen essen, die vor Testbeginn auf den Plätzen verteilt wurden.
Und ihr fangt an, euer gesamtes Können in Frage zu stellen: Was habe ich übersehen? Gibt es doch viel einfachere Lösungswege? Warum bin ich der bzw. die einzige Dumme, der / die noch schreibt?
Oder vielleicht ist es auch genau umgekehrt: Ihr beendet eure letzte Aufgabe und legt den Stift voller Freude und Stolz beiseite. Ihr blickt auf und seht, dass noch einige Minuten Testzeit verbleiben und außer euch sonst noch niemand fertig ist. Habe ich vielleicht die Hälfte der Aufgaben übersehen? Habe ich Rechenschritte ausgelassen? Was habe ich falsch gemacht?
Seid unbesorgt! Beides kann euch im Test passieren und es gibt hier kein „richtig“ oder falsch“.
Bei meinem eigenen HAM-Nat gab es viele Teilnehmer:innen, die lange vor mir fertig waren. Ich dagegen habe wirklich bis zur letzten Sekunde gerechnet. Und nun ja, irgendwie habe ich es geschafft, von allen Teilnehmer:innen das beste Ergebnis zu erzielen. Es kann also sein, dass diejenigen, die früher fertig waren, mehr Aufgaben raten mussten, weil ihnen die Ansätze bei den Rechenaufgaben fehlten und sie gar nicht erst so weit gekommen sind, komplexe und zeitaufwendige Rechnungen anzustellen.
Andererseits rechne ich aber auch echt langsam. Diejenigen unter euch, die die Wissensfragen auf Anhieb beantworten können und schnell rechnen, können auch deutlich früher fertig werden als andere.
Lasst euch daher nicht stressen, ob andere Bewerber:innen schon fertig sind oder nicht und vergleicht euch während des Tests nicht zu sehr.
Es kann ein sehr gutes Zeichen sein, wenn ihr am längsten braucht. Es kann aber ebenso ein sehr gutes Zeichen sein, wenn ihr schnell fertig seid. Also Kopf hoch! Bzw. wenn ihr so langsam seid wie ich: Runter und weiterrechnen!
Wer möchte, findet hier noch einen Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin 😊

4.9